<< Zum Glück gibt es immer wieder Bäume am Rande unserer Lebensstraße in deren Schatten wir ausruhen können.>>

Karl Miziolek


Waldbaden / Shinrin yoku

Was ist eigentlich Waldbaden? Und was bedeutet Shinrin Yoku?

japanische Schriftzeichen shinrin yoku

Waldbaden kommt aus dem Japanischen und heißt dort „shinrin yoku“. Dieser Begriff wurde 1982 vom japanischen Landwirtschafts- und Forstministerium geprägt und kann mit „Baden in der Waldluft“ übersetzt werden. Waldbaden ist das achtsame, absichtslose Schlendern und Verweilen im Wald, bei dem alle Sinne weit geöffnet sind. Waldbaden wird Anfang der 80er in Japan als „gesunder Lebensstil“ von offiziellen Stellen vorgeschlagen und hat sich in den Folgejahren als anerkannte Stressbewältigungsaktivität etabliert, die sogar von Ärzten verschrieben werden kann. Ab 2004 initiierte die japanische Regierung Forschungsprojekte zur Untersuchung der therapeutischen Wirkung des Waldbadens auf die menschliche Gesundheit. Mittlerweile gibt es in Japan 60 „Heilwälder“, in Deutschland einen Heil- und Therapiewald in Usedom und ein weiterer wird gerade in Lahnstein bei Koblenz projektiert und erschlossen.

Warum tut Waldbaden so gut?

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Seit jeher ist der Wald ein Sehnsuchts- und Kraftort, zu dem sich Menschen hingezogen fühlen. Der Psychotherapeut Erich Fromm bezeichnet diese Sehnsucht als Biophilia, was übersetzt bedeutet „Liebe zum Leben“. Aus der menschlichen Entwicklungsgeschichte wird die Verbundenheit zur Natur deutlich. Der Großteil der Bevölkerung lebt erst seit Beginn der Industrialisierung vor rund 150 – 200 Jahren in Städten. Jahrtausende zuvor lebte der Mensch deutlich enger und intensiver in und mit der Natur. Die zunehmende Entfremdung von der Natur und den Wäldern steigerte die Sehnsucht der Menschen nach eben diesen Lebensräumen. Waldbaden ist in der heutigen Zeit ein weiterer Schritt, die Beziehung zur Natur und somit zu seinen eigenen Wurzeln zu stärken.

Was bewirkt ein Waldbad?

Hier sollten zwei Waldbadende auf einer Bank sitzend zu sehen sein.

Der Wald ist ein Gesamtorganismus, in dem der einzelne Baum oder die einzelne Pflanze Bestandteil eines Netzwerks ist.  Alle kommunizieren miteinander! Bäume und Sträucher sind unterirdisch über riesige Pilzgeflechte, verbunden und sorgen auf diese Art für den Austausch von Stoffen und elektrischen Signalen. Ein weiterer Kommunikationsweg der Pflanzen sind die Duftstoffe, die sie verbreiten. Wer kennt nicht den typischen Tannenduft oder den Geruch von Birkenblättern? Diese Duftstoffe nennen sich Terpene und wirken positiv auf unseren Geist, unsere Seele und unseren Körper. Auch die Farben, insbesondere das Grün und Braun, sind ein wichtiger Bestandteil der Waldatmosphäre, ebenso wie das gedämpfte Licht sowie die höhere Luftfeuchtigkeit im Wald. Hier ein paar wissenschaftlich belegte Fakten zu den positiven Auswirkungen eines Waldaufenthalts und des Waldbadens:

  • Blutdruck und Blutzucker sinken.
  • Die Aktivität des Ruhenervs (Parasympathikus) im vegetativen Nervensystem wird angeregt - dadurch tritt Entspannung ein, der Schlaf wird besser, die körperliche Regeneration wird angeregt.
  • Die Konzentration der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol im Körper sinkt – dadurch wird Stress gemindert.
  • Das Immunsystem wird aktiviert: So steigt der Anteil der Natürlichen Killerzellen sowie deren Aktivität; es werden vermehrt Anti-Krebs-Proteine gebildet. Die gesteigerte Aktivität des Immunsystems hält längerfristig an, z.b. 7 Tage nach einem eintägigen Waldaufenthalt und bis zu 30 Tagen bei einem weiteren Tag im Wald.
  • Der Wald mindert Verkehrs- und Zivilisationslärm, der stressfördernd ist. Bereits 100 Meter im Wald hat sich die Lautstärke dieses Lärms halbiert.
  • Die Waldluft ist staubarm und enthält mehr Luftfeuchtigkeit, was sich positiv auf die Atemwege auswirkt. Insbesondere im Nadelwald ist die Konzentration der Terpene und ätherischen Öle in der Luft höher und haben eine desinfizierende und heilsame Wirkung auf die Bronchien.
  • Der weiche Waldboden und die sanften Bewegungen beim Waldbad sind gelenkschonend.

Dies sind nur einige Fakten, denen noch viele weitere hinzugefügt werden können. Wer ganz tief wissenschaftlich in das Thema eintauchen möchte, findet hier den notwendigen Input:

Was unterscheidet ein Waldbad von einem Waldspaziergang?

Waldbaden geht deutlich über einen langsamen Waldspaziergang hinaus. Dies zeigt sich an den 10 Zutaten für ein Waldbad:

  1. bewusstes Schlendern, bewusste Langsamkeit
  2. Rasten und  Innehalten
  3. alle Sinne weit öffnen und Eindrücke wahrnehmen
  4. Staunen
  5. Achtsamkeit
  6. Meditation
  7. bewusstes Atmen
  8. sanfte Bewegungen
  9. Augenentspannung
  10. Zeit nur für sich im Wald - Solozeit

...und hier erläutert meine liebe Waldbadekollegin Brigitte Ulrich ganz charmant den Unterschied....


Ich lade Sie ein, den Unterschied zu spüren und gemeinsam mit mir den Wald zu genießen!

Individuelles Waldbad

Gerne erstelle ich ein individuelles Waldbad für Sie, Ihr Unternehmen, Ihre Organisation oder Ihren Verein. Sei es für einen Betriebsausflug, einen Gesundheitstag, im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements, eines Jubiläums, eines Wandertags oder einer Feierlichkeit. Hier gibt es sicher viele interessante Möglichkeiten einer Gestaltung nach Ihren Wünschen.

 

Ebenso kann ein Waldbad ein besonderes Erlebnis für Jungesellinnen-Abschiede oder Hochzeiten sein. Ein Muttertagswaldbad mit der Familie ist sicherlich eine besondere Überraschung ebenso wie ein romantisches Waldbad als Paar am Valentinstag.

 

Ich freue mich auf Ihre Ideen für ein Waldbad der besonderen Art und bespreche gerne mit Ihnen die mögliche Umsetzung!